Sigmut Wratschgo hat am 7. Dez. 2017 diese Welt sanft und leise verlassen.

Es ist schwer in Worte zu fassen, was Sigmut Wratschgo in den letzten Jahren für das Brandluckner Huabn-Theater getan haben.
Seit der Gründung im Jahre 2000 hatte sie die künstlerische Leitung inne. Sigmut führte nicht nur Regie. Sie war Mitentwicklerin, Motor und Triebfeder zugleich. Zudem war sie aber auch Lehrerin, Trainerin und Vertraute für jede und jeden von uns. Sie war der Fels in der Brandung – oft aber auch die Brandung selbst! Sie wusste immer Rat, jammerte nie und suchte immer nach Lösungen. Nie strebte sie nach ihrer persönlichen Profilierung sondern war immer bemüht, den Erfolg der gesamten Gruppe in den Vordergrund zu rücken. Es war ihr wichtig, Dienstleisterin für uns zu sein. Sigmut passte stets die Rollen an die Persönlichkeit der Spieler und Spielerinnen an. Nicht umgekehrt! Von außen betrachtet, fiel es ihr scheinbar leicht, Stücke für uns umzuschreiben oder gar völlig neue Rollen in ein Stück einzubauen, falls es sich sonst mit der Anzahl der DarstellerInnen nicht ausging. Natürlich brauchte das immer enorm viel Zeit. Sigmut ermöglichte dadurch unserer Gruppe, im Spiel authentisch zu bleiben. Dies ist auch ein Geheimnis unseres kontinuierlich wachsenden Erfolges. Oft gab es in der Vorbereitung unterschiedliche Sichtweisen bezüglich einzelner Rollen. Schon nach kurzer Zeit der Diskussion wurde einem aber klar, dass Sigmut im Grunde Recht hatte, weil sie sich im Vorfeld bereits bis ins kleinste Detail einer Aufführung hinein versetzt hat. Sigmut war immer eine von uns und doch war ihr auch immer unser Respekt sicher. Sie hat uns diese 17 Jahre hindurch geführt und doch dabei auch immer uns selbst sein lassen. Sie hat uns zu dem gemacht, was wir jetzt sind. Ebenso: Der Erfolg im Mittwoch-Theater! Ständig ausverkaufte Vorführungen! Die Inszenierung der Herbergsuche beim Adventmarkt – ein Publikumsmagnet!

Auch wenn du nicht mehr unter uns bist – Liebe Sigmut, für Dein gesamtes Wirken und die vielen schönen gemeinsamen Stunden in diesen 17 Jahren sagen wir tausend Dank und ein aufrichtiges steirisches „Vergelt´s Gott“!!!