S`NULLERL – Volksstück mit Gesang in fünf Aufzügen von Karl Morré
Der Bauer Quarzhirn hat seinen Töchtern das Versprechen abgenommen, sich nie mit einem Knecht einzulassen. Aber die Liebe fragt nicht danach, und so kommt Gabi, die älteste Tochter, in arge Bedrängnis, weil sie Bertl, dem treuesten Knecht des Hofes zugetan ist. Aber auch der Schnurrer, ein Nachbar Quarzhirns, hat Gabi zu seiner Bäuerin ausersehen, wird aber von ihr wegen seines schlechten Charakters stets abgewiesen, was seinen Jähzorn reizt und ihn auf Rache sinnen lasst. Das Null-Ahnerl, ein siebzig-jähriger Greis, selbst einmal Knecht und nun als Gemeindearmer auf die Gutherzigkeit der Bauern angewiesen, steht auf der Seite der Liebenden. Ihm ist es in seiner Jugend ebenso ergangen, nur das seine „Gabi“ sich aus Gram das Leben genommen hatte. So steht er wachend hinter den beiden, durchkreuzt die schurkischen Pläne und Intrigen des Schnurrers und nimmt seinen Zorn geduldig auf den Buckel, denn er ist ja „bei der Welt in Quartier“ und „die Welt ist ein Narrenhaus“.

„NA – UNZUFRIED’N BIN I NÖT – MÜASST LÜAG’N, ABER WANN
I MIR A WENIG LEICHTER G’SCHEHEN LASS’N KÖNNT – JETZ –
JETZ, WEIL I SCHO’RECHT ALT WER’- JETZT WAR’S MIR SCHO’
GLEI BALD RECHT A. ABER A EINLEGA MÖCHTE’I DO NÖT SEI,
WEIL I WILL KA NULLERL SEI.“
O-Ton Hias, Köhler, 70 Jahre alt, „Lieferant“ für die Hammerwerke Seebach „Inspirator“ für s`Nullerl

Die Einleger waren früher die alten, ausgedienten Knechte und Mägde, die keinen festen Wohnsitz hatten. Da es weder Altersheime noch eine staatliche Pensionsvorsorge gab, zogen sie als Obdachlose von Bauernhof zu Bauernhof. Die Bauern waren von der Gemeinde aus verpflichtet, sie zu versorgen. Je nach Größe des Hofes blieben sie dort einige Tage bis vier Wochen lang und wurden dann wieder weitergeschickt. Die Unterbringung war kärglich. Sie schliefen meist auf dem Boden, im Stroh oder manchmal auch nur im Stall.

Zum Autor – Karl Morré

Als ältester Sohn eines Kaufmanns 1832 in Klagenfurt geboren verschlägt es den jungen, aufgeschlossenen Morré nach seiner Gymnasialzeit nach Graz, wo er in den Staatsdienst eintritt. 1857 wird er Kanzleiassistent und der Finanzdirektion Bruck an der Mur zugewiesen. Als Freund des Volkes spielt er als Volksdichter und geselliger Mensch dort bald eine wichtige Rolle. Persönliche Freundschaft verbindet ihn unter anderem mit Peter Rosegger. 1872 übernimmt Morré die Verwaltung der Hammerwerke in Au und Seebach bei Turnau. Die nun folgenden Jahre sollen sein weiteres Leben und Schaffen entscheidend beeinflussen, nicht zuletzt dank Begegnungen mit eben den Menschen, die Vorbilder für seine so glaubhaften Charaktere werden. 1875 kehrt Morré in den Staatsdienst zurück und übersiedelt wieder nach Graz. 1883 trat Carl Morré krankheitshalber in den Ruhestand und ließ sich in Leitring bei Leibnitz nieder. Er starb 1897 in Graz.

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