Die lustige Wallfahrt

Von Anton Hamik nach einer Geschichte von Peter Rosegger, Inszenierung und Regie – Sigmut Wraschgo

Zum Inhalt:

Vor einer Wallfahrt gibt es viele Dinge zu klären: Wer geht mit? Wie lange geht man? Wieviel Geld braucht man? Wo kann man übernachten? Hab ich gutes Schuhwerk? Wird die Gottesmutter meine Gebete erhören? – und vieles mehr. Zu Peter Roseggers Zeiten aber war vor allem eine Frage im Vordergrund: Wer darf bei der Wallfahrt die Fahne tragen? Diese Erlaubnis wurde immer geknüpft an die Bedingung, dass der Fahnenträger ein gottesfürchtiger Mann aus dem Dorf sein sollte, der (fast) ohne Sünde ist, der sich um die Allgemeinheit verdient gemacht hat, kurzum, es musste eine ehrbare Person sein. In unserer Geschichte buhlen zwei ältere, ehrbare Männer um diese Auszeichnung. Um sich nicht zwischen diesen beiden entscheiden zu müssen, findet der Pfarrer eine recht ungewöhnliche Lösung: Ein junges Mädchen betraut er mit der Aufgabe, die Fahne zu tragen. Der Originaltitel von Peter Roseggers Novelle heißt: „Die Fahnenträgerin“. Dass diese Entscheidung des Pfarrers in einer damals sehr männerdominierten Welt zu großen Irritationen führt, liegt auf der Hand. Die Menschen werden mit ihren kleinen Schwächen, Ängsten und Sehnsüchten treffend gezeichnet, wie es nur Peter Rosegger verstand. Somit präsentiert sich dieses Theaterstück als eine liebenswerte, humorvolle Komödie.

Zum Autor:

Peter Rosegger wurde am 31. Juli 1843 als das Älteste von sieben Kindern des Waldbauern Lorenz Roßegger und seiner Ehefrau Maria in Alpl, Steiermark geboren. Da in Alpl kein Schulzwang bestand, gab es viele Analphabeten. Auch sein Vater war Analphabet, so lernte der Bub viel von der Mutter. Er erfuhr nur einen beschränkten Schulunterricht. Ein Lehrer, der aufgrund seiner Sympathien für die Märzrevolution durch den konservativen Pfarrer von der Schule verwiesen worden war, wurde von den armen Bauern aufgenommen und unterrichtete einige Bauernkinder, darunter auch Peter Rosegger. Die Eltern wollten den Sohn zwar Pfarrer werden lassen, doch das Studium erschien als zu kostspielig. Weil er körperlich zu schwach war, Bauer zu werden, begann er als 17-Jähriger bei einem Wanderschneider in Sankt Kathrein am Hauenstein die Lehre. Er zog auf seiner Stör von Hof zu Hof und lernte dabei Leute und Bräuche kennen. Rosegger hatte nur ein schmales Einkommen, mit dem er Bücher zu kaufen begann, anfangs hauptsächlich Dorfgeschichten. Bald darauf begann Rosegger selbst zu schreiben. Er hat an die 40 Bücher geschrieben, hauptsächlich Novellen und Romane. Berühmt wurde er mit den Geschichten: “Als ich noch ein Waldbauernbub war“, seine Werke wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Neben seinen meist ländlich – lieblichen Geschichten betrachtete auch sehr kritisch  seine Zeit, er, ein strenger Katholik, setzte sich für den Wiederaufbau der evangelischen Kirche im Mürztal ein, er prangerte oft auch die Engstirnigkeit der Kirche an (die Harfe im Baum) und auch in „Die lustige Wallfahrt“ –  der Titel dieser Novelle heißt ursprünglich „Die Fahnenträgerin“ – prangte er die  damals männerdominierte Welt an. Mit seinem Roman „Jakob der letzte“ beschäftigte er sich mit dem Bauernsterben und warnte vor der Überwaldung unserer Almen. Peter Rosegger, also nicht nur  ein großartiger Dichter, auch ein bemerkenswerter Vordenker! Er verstarb am 26. Juni 1918 in Krieglach im Alter von 74 Jahren. Sein Grabmal befindet sich auf dem Friedhof in Krieglach. Er selbst wollte „nur ein einfaches Grab“, wie jeder Alpler Bauer. Ein Holzkreuz mit dem Namen darauf. Wenn man nach 50 Jahren noch weiß, wer das ist, dann genügt dies; wenn nicht, gönnt ihm seinen Frieden.

 

Spieltermine

Juli

Premiere mit Buffet
Mittwoch, 12. Juli 2017

Freitag, 14. Juli 2017
Sonntag, 16. Juli 2017
Mittwoch, 19. Juli 2017
Freitag, 21. Juli 2017
Mittwoch, 26. Juli 2017
Freitag, 28. Juli 2017
Sonntag, 30. Juli 2017

August

Mittwoch, 2. August 2017
Freitag, 4. August 2017
Sonntag, 6. August 2017
Mittwoch, 9. August 2017
Freitag, 11. August 2017
Sonntag, 13. August 2017
Montag, 14. August 2017
Mittwoch, 16. August 2017
Freitag, 18. August 2017
Mittwoch, 23. August 2017
Freitag, 25. August 2017

Eintrittspreise

Erwachsener: EUR 16,– (Premierenvorstellung am 12.Juli EUR 19,– *)
Kinder: EUR 7,–

Es gibt nummerierte Sitzplätze. Abholung und Bezahlung der Karten an der Abendkassa ab 17:30 Uhr oder ab sofort an der Rezeption vom Naturparkhotel Bauernhofer. Die Sitzplatzreservierungen verfallen nach 19:00 Uhr

Ermäßigung: 50% für LAUT Mitglieder

* Im Anschluss der Premiere am 12.Juli gibt es ein Premierenbuffet